KINGDOM OF HEAVEN [Filmkritik]
Nachdem die Lord of the Rings-Trilogie leider ein Ende gefunden hat und eine ansprechende Verfilmung sämtlicher altisländischer Sagas noch nicht in Sicht ist, wagt sich der Freund langhaariger Krieger und garstiger Schwertkämpfe in das neue Epos "Kingdom of Heaven" von Ridley Scott. Obschon Kreuzritter nicht gerade zu den Helden von Black Metal-Songs gehören, schiebt man die Furcht vor Christentumsglorifizierungen in den Hinterkopf und tröstet sich damit, dass mit Orlando Bloom immerhin ein ehemaliger Elbe als Hauptdarsteller gewählt wurde.
Schmied Balian (Bloom) trauert um seine verstorbene Ehefrau und wird in seinem kleinen Kaff mehr und mehr zum Außenseiter. Eines Tages taucht Kreuzritter Godfrey von Ibelin (Liam Neson) auf und eröffnet ihm, sein Vater zu sein und aus ihm einen würdigen Ritter machen zu wollen, damit er eines Tages seine Position in Jerusalem übernehmen könne. Balian winkt ab, doch weil er einen kriminellen Akt begeht (alles soll hier nicht verraten werden), muss er fliehen und schließt sich Godfreys Männern an. Hier kommt es zu den ersten, metallisch überkorrekten Schwertkämpfen im Wald, selbstverständlich erst nur zu Übungszwecken. Als Balian jedoch verhaftet werden soll, nehmen seinen neuen Freunde ihn in Schutz und darauf folgt ein Kampf, welcher genauso gut als Videoclip für eine Viking Metal-Band hätte dienen können, wilder AMON AMARTH-Fan mit Zöpfen inbegriffen.
Im Heiligen Land angekommen, wird Balian als Erbe von Godfrey von Ibelin bald in die dortigen politischen Machenschaften verstrickt. Da er das Wohl der einfachen Menschen als höchste Priorität ansieht und es sich zum Ziel gemacht hat, ein perfekter Ritter zu sein, ergeben sich bald Interessenskonflikte mit den machtgierigen Kreuzrittern um Guy de Lusignan (Marton Csokas), welche den geschwächten König Jerusalems stürzen wollen. Im Statthalter Tiberius (Jeremy Irons) findet Balian einen wertvollen Verbündeten, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.
Natürlich fehlt es im weiteren Verlauf des Films nicht an Schlachten. Die große Endschlacht um Jerusalem erinnert verdächtig an diejenige um Minas Tirith in Lord of the Rings, denn offenbar haben die Sarazenen dieselben rollenden Holztürme eingekauft wie Saurons Orks. Auch ein Legolas, Pardon, Balian, welcher seine Bogenschützen auf den Zinnen kommandiert, erscheint allzu bekannt, vor allem wenn die computergenerierten Gegner in der Masse genau so aussehen wie unselige Horden in Middle Earth. Anders als bei Peter Jacksons Filmepos wird bei "Kingdom of Heaven" mit der Zeit unklar, wer gegen wen aus welchen Gründen kämpft, man kann sich nur noch dem sinnfreien Schlachtgetümmel hingeben (irgendwo im Sand ist vermutlich auch der rote Faden verschwunden). Schwerter hat es auf jeden Fall genug, sich statt der Filmtonspur im Discman SAXORIOR reinzuziehen bringt es also auch.
Was positiv ins Gewicht fällt, ist insgesamt die starke Leistung von Bloom, dessen Figur man wirklich anmerkt, dass sie eine Entwicklung durchmacht und sich charakterlich verändert - dabei jedoch stets glaubhaft bleibt. Ridley Scott verzichtet auf historische Genauigkeiten (damit hat er es ja auch bei "Gladiator" nicht so genau genommen) und auf den moralischen Zeigefinger. Die fehlende christliche Moralpredigt hat ihm in den USA die eine oder andere böse Kritik beschert, doch die unterschwellige Botschaft des Films, dass sich die verschiedenen Glaubensparteien Jerusalem teilen könnten, wenn sie respektvoll miteinander umgingen und Probleme ausdiskutierten, scheint dem europäischen Beobachter irgendwie nicht ganz so verkehrt.
Schmied Balian (Bloom) trauert um seine verstorbene Ehefrau und wird in seinem kleinen Kaff mehr und mehr zum Außenseiter. Eines Tages taucht Kreuzritter Godfrey von Ibelin (Liam Neson) auf und eröffnet ihm, sein Vater zu sein und aus ihm einen würdigen Ritter machen zu wollen, damit er eines Tages seine Position in Jerusalem übernehmen könne. Balian winkt ab, doch weil er einen kriminellen Akt begeht (alles soll hier nicht verraten werden), muss er fliehen und schließt sich Godfreys Männern an. Hier kommt es zu den ersten, metallisch überkorrekten Schwertkämpfen im Wald, selbstverständlich erst nur zu Übungszwecken. Als Balian jedoch verhaftet werden soll, nehmen seinen neuen Freunde ihn in Schutz und darauf folgt ein Kampf, welcher genauso gut als Videoclip für eine Viking Metal-Band hätte dienen können, wilder AMON AMARTH-Fan mit Zöpfen inbegriffen.
Im Heiligen Land angekommen, wird Balian als Erbe von Godfrey von Ibelin bald in die dortigen politischen Machenschaften verstrickt. Da er das Wohl der einfachen Menschen als höchste Priorität ansieht und es sich zum Ziel gemacht hat, ein perfekter Ritter zu sein, ergeben sich bald Interessenskonflikte mit den machtgierigen Kreuzrittern um Guy de Lusignan (Marton Csokas), welche den geschwächten König Jerusalems stürzen wollen. Im Statthalter Tiberius (Jeremy Irons) findet Balian einen wertvollen Verbündeten, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.
Natürlich fehlt es im weiteren Verlauf des Films nicht an Schlachten. Die große Endschlacht um Jerusalem erinnert verdächtig an diejenige um Minas Tirith in Lord of the Rings, denn offenbar haben die Sarazenen dieselben rollenden Holztürme eingekauft wie Saurons Orks. Auch ein Legolas, Pardon, Balian, welcher seine Bogenschützen auf den Zinnen kommandiert, erscheint allzu bekannt, vor allem wenn die computergenerierten Gegner in der Masse genau so aussehen wie unselige Horden in Middle Earth. Anders als bei Peter Jacksons Filmepos wird bei "Kingdom of Heaven" mit der Zeit unklar, wer gegen wen aus welchen Gründen kämpft, man kann sich nur noch dem sinnfreien Schlachtgetümmel hingeben (irgendwo im Sand ist vermutlich auch der rote Faden verschwunden). Schwerter hat es auf jeden Fall genug, sich statt der Filmtonspur im Discman SAXORIOR reinzuziehen bringt es also auch.
Was positiv ins Gewicht fällt, ist insgesamt die starke Leistung von Bloom, dessen Figur man wirklich anmerkt, dass sie eine Entwicklung durchmacht und sich charakterlich verändert - dabei jedoch stets glaubhaft bleibt. Ridley Scott verzichtet auf historische Genauigkeiten (damit hat er es ja auch bei "Gladiator" nicht so genau genommen) und auf den moralischen Zeigefinger. Die fehlende christliche Moralpredigt hat ihm in den USA die eine oder andere böse Kritik beschert, doch die unterschwellige Botschaft des Films, dass sich die verschiedenen Glaubensparteien Jerusalem teilen könnten, wenn sie respektvoll miteinander umgingen und Probleme ausdiskutierten, scheint dem europäischen Beobachter irgendwie nicht ganz so verkehrt.
FILMKRITIK (KINO) im vampster-Archiv
Es wurden 101 Artikel zu FILMKRITIK (KINO) im vampster-Archiv gefunden.Artikelübersicht anzeigen:
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Sieht aus wie ein LSD-Traum und steht für die lustige, bunte Schweiz...